Es klingt wie ein schlechter Witz, aber es ist keiner: Die Bundesregierung hat am 27. März 2026 ein Gesetz verabschiedet, das jedem Erwachsenen in Deutschland bis zu 600 Euro pro Jahr schenkt. Einfach so. Ohne Gegenleistung. Du musst nur ein Depot eröffnen und einzahlen. Den Rest erledigt der Staat.
Der Staat will dir Geld schenken — und fast niemand greift zu
Was heißt das?
Das Altersvorsorgereformgesetz bringt ab dem 1. Januar 2027 das sogenannte Altersvorsorgedepot — besser bekannt als die Aktienrente. Und ja, es ist so gut, wie es klingt. Vielleicht sogar besser.
Was mich persönlich ärgert: Über 50 Millionen Deutsche sind förderberechtigt, aber erfahrungsgemäß werden die meisten das Geld liegen lassen. Nicht weil sie es nicht brauchen, sondern weil sie nicht wissen, dass es existiert. Oder weil ihnen jemand eingeredet hat, dass Aktien „zu riskant“ seien.
So funktioniert die Förderung im Detail
Das neue Altersvorsorgedepot bringt drei Säulen der staatlichen Förderung mit sich. Und alle drei sind bares Geld, das direkt auf dein Depot fließt.
1. Die Grundzulage: Bis zu 600 Euro pro Jahr
Jeder, der in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt — also quasi jeder Angestellte und jetzt auch Selbständige —, bekommt eine Grundzulage von bis zu 600 Euro pro Jahr. Die Staffelung ist dabei simpel:
- Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt es 50 Prozent Zuschuss (= 180 Euro)
- Auf die nächsten 1.440 Euro (also von 361 bis 1.800 Euro) gibt es 25 Prozent Zuschuss (= 360 Euro)
- Maximale Grundzulage: 600 Euro bei einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro im Jahr
Das bedeutet: Du zahlst 1.800 Euro ein, der Staat legt 600 Euro obendrauf. Das ist eine sofortige Rendite von 30 Prozent, bevor dein Geld überhaupt investiert ist. Zeig mir eine andere Anlageform, die das schafft.
Wer die Details zu Zulagen und Steuervorteilen nachlesen möchte, findet beim Ratgeber zu Zulagen und Steuervorteilen eine ausführliche Aufschlüsselung aller Förderstufen.
2. Die Kinderzulage: 300 Euro pro Kind
Für jedes kindergeldberechtigte Kind gibt es zusätzlich 300 Euro pro Jahr auf das Altersvorsorgedepot. Das ist ein 1:1-Matching — der Staat verdoppelt quasi den Beitrag, den du für die Zukunft deiner Familie zurücklegst.
Das klingt nach wenig? Rechne es mal hoch: Bei zwei Kindern sind das 600 Euro extra. Über 18 Jahre Kindergeldbezug kommen so 10.800 Euro zusammen — nur aus der Kinderzulage, ohne Rendite.
3. Der Berufseinsteigerbonus: 200 Euro geschenkt
Wer unter 25 Jahre alt ist und zum ersten Mal in ein Altersvorsorgedepot einzahlt, bekommt einmalig einen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Das ist der perfekte Anreiz, um junge Menschen an den Kapitalmarkt heranzuführen — und gleichzeitig die wirkungsvollste Phase des Zinseszinseffekts zu nutzen.
Rechenbeispiel: Familie mit zwei Kindern
Lass uns das einmal konkret durchrechnen. Familie Müller, zwei Kinder, beide Eltern angestellt:
| Posten | Betrag pro Jahr |
|---|---|
| Eigenbeitrag Elternteil 1 | 1.800 Euro |
| Eigenbeitrag Elternteil 2 | 1.800 Euro |
| Grundzulage Elternteil 1 | 600 Euro |
| Grundzulage Elternteil 2 | 600 Euro |
| Kinderzulage Kind 1 | 300 Euro |
| Kinderzulage Kind 2 | 300 Euro |
| Gesamt auf dem Depot | 5.280 Euro |
| Davon staatliche Förderung | 1.680 Euro |
Die Familie zahlt 3.600 Euro ein und bekommt 1.680 Euro vom Staat obendrauf. Das sind 46,7 Prozent Sofortrendite. Und dann fängt das Geld erst an zu arbeiten.
Wer das für die eigene Situation durchrechnen möchte: Der Altersvorsorgedepot-Rechner macht das in unter einer Minute.
Warum ist das besser als Riester?
Viele werden jetzt sagen: „Das klingt wie Riester.“ Und ja, die Grundstruktur ist ähnlich — Zulagen plus Steuervorteil. Aber die Unterschiede sind gewaltig:
- ETFs statt Garantieprodukte: Du kannst endlich in echte Aktien-ETFs investieren, nicht in überteuerte Garantiefonds
- Keine Abgeltungsteuer: Die gesamte Ansparphase ist steuerfrei — keine 25 Prozent auf Dividenden und Kursgewinne
- Selbständige sind dabei: Zum ersten Mal können auch Freiberufler und Selbständige die volle Förderung nutzen
- Flexiblere Garantien: Drei Varianten von 0 bis 100 Prozent Garantie — du entscheidest, wie viel Sicherheit du brauchst
- Kostendeckel: Maximal 1,0 Prozent Kosten beim Standarddepot — bei Riester waren 2-3 Prozent keine Seltenheit
Eine umfassende Erklärung, was das Altersvorsorgedepot genau ist und wie es funktioniert, hat der Ratgeber zum Altersvorsorgedepot zusammengestellt.
Die drei Depotvarianten
Das Gesetz sieht drei verschiedene Risikoklassen vor. Und das ist clever, weil es unterschiedliche Anlegertypen abholt:
Variante Pur (keine Garantie)
Volle Investition in Aktien-ETFs, keine Beitragsgarantie. Historisch gesehen liegen die erwarteten Renditen bei 6 bis 8 Prozent pro Jahr. Das ist die Variante für alle, die noch 20 oder mehr Jahre bis zur Rente haben und die Schwankungen aushalten können. Meine persönliche Empfehlung für unter 45-Jährige.
80-Prozent-Garantie
Mindestens 80 Prozent deiner Einzahlungen sind garantiert. Erwartete Rendite: 4 bis 5 Prozent. Ein guter Kompromiss für alle, die nachts ruhig schlafen wollen, aber trotzdem vom Aktienmarkt profitieren möchten.
100-Prozent-Garantie
Vollständige Beitragsgarantie, dafür deutlich weniger Rendite: 2 bis 3 Prozent. Ehrlich gesagt: Das ist besser als Riester, aber wer 30 Jahre Zeit hat, verschenkt hier viel Potenzial.
Warum verschenken 50 Millionen Deutsche bares Geld?
Das ist die Frage, die mich am meisten beschäftigt. Über 50 Millionen Menschen in Deutschland sind förderberechtigt. Das sind alle Angestellten, alle Beamten, und jetzt auch alle Selbständigen. Und trotzdem werden viele das Angebot nicht nutzen.
Die Gründe kenne ich aus hunderten Gesprächen:
- „Aktien sind zu riskant“ — Falsch. Über 15 Jahre hat der MSCI World noch nie Verlust gemacht. Nie. In der gesamten Geschichte.
- „Das lohnt sich erst bei großen Beträgen“ — Falsch. Schon bei 30 Euro im Monat bekommst du die halbe Grundzulage.
- „Ich verstehe das nicht“ — Verständlich, aber kein Grund. Du musst kein Finanzexperte sein. Ein einfacher Welt-ETF reicht.
- „Der Staat ändert die Regeln eh wieder“ — Möglich. Aber die Zulagen, die du jetzt mitnimmst, kann dir niemand wegnehmen.
Die Wahrheit ist: Es gibt kein rationales Argument dagegen. Wenn dir jemand 600 Euro pro Jahr schenken will, sagst du danke und nimmst es an.
Sonderausgabenabzug: Der Steuerbonus obendrauf
Als wären die Zulagen nicht genug, gibt es noch einen weiteren Vorteil: Deine Einzahlungen ins Altersvorsorgedepot kannst du als Sonderausgaben von der Steuer absetzen — bis zu 1.800 Euro pro Jahr.
Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent bedeutet das eine zusätzliche Steuerersparnis von bis zu 756 Euro. Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Sonderausgabenabzug oder die Zulagen günstiger sind (sogenannte Günstigerprüfung). Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
Für Gutverdiener ohne Kinder ist der Sonderausgabenabzug oft attraktiver als die Grundzulage allein. Es lohnt sich, beides durchzurechnen.
Steuerfreie Ansparphase
Ein Detail, das viele übersehen: Während der gesamten Ansparphase fallen keine Steuern an. Keine Abgeltungsteuer auf Dividenden. Keine Kapitalertragsteuer auf Kursgewinne. Das Geld arbeitet zu 100 Prozent für dich.
Erst bei der Auszahlung im Rentenalter wird besteuert — mit dem dann gültigen persönlichen Steuersatz, der in der Rente meist deutlich niedriger ist als im Berufsleben. Das ist der gleiche Mechanismus wie bei der betrieblichen Altersvorsorge, nur mit deutlich besseren Anlagemöglichkeiten.
Was ich persönlich davon halte
Ich sage es ganz direkt: Das Altersvorsorgedepot ist das Beste, was die deutsche Politik in Sachen Altersvorsorge seit Jahrzehnten auf die Beine gestellt hat. Es ist nicht perfekt — die Kostenobergrenze von 1,0 Prozent ist zu hoch, wenn man bedenkt, dass Schweden seinen staatlichen AP7-Fonds für 0,07 Prozent anbietet. Aber es ist ein riesiger Schritt in die richtige Richtung.
Zum ersten Mal können normale Arbeitnehmer staatlich gefördert in echte Aktien-ETFs investieren. Ohne den Garantiezwang, der Riester zur Rendite-Bremse gemacht hat. Ohne die absurden Kosten, die Versicherungsvertreter reich und Sparer arm gemacht haben.
Wer die Aktienrente im Kontext der breiteren Vermögensplanung sehen will — etwa wie der Vergleich mit Immobilien als Kapitalanlage zeigt —, hat jetzt eine echte Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Anlageklassen.
Wenn du zwischen 25 und 55 bist, in Deutschland arbeitest und kein Altersvorsorgedepot eröffnest, verschenkst du Geld. So einfach ist das. Und wenn du Kinder hast, verschenkst du noch mehr. Tu dir selbst einen Gefallen und informier dich. Es dauert 30 Minuten, ein Depot zu eröffnen. Die 600 Euro bekommst du jedes Jahr.
Weiterführende Artikel
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- Tagesgeld vs. Festgeld vs. ETF: Welche Kapitalanlage passt zu Ihnen?
- Immobilie als Kapitalanlage: Tipps
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Aktienrente-Rechner: Deine persönliche Förderung berechnen
Dein persönlicher Vorteil
Ohne Gewähr. Individuelle Steuerberatung empfohlen.
Aktienrente-Förderung: Was der Staat dir wirklich gibt
| Einzahlung/Jahr | Staatl. Bonus (20%) | Steuerersparnis (42%) | Gesamt-Vorteil |
|---|---|---|---|
| 1.000 € | 200 € | 420 € | 620 € (62%!) |
| 2.000 € | 400 € | 840 € | 1.240 € |
| 3.000 € | 600 € | 1.260 € | 1.860 € |
Steuerersparnis bei 42% Steuersatz. Bei niedrigerem Satz entsprechend weniger — Bonus bleibt gleich.
So holst du die maximale Förderung Jahr für Jahr
Ab 2027 bei jedem Broker oder jeder Bank möglich. Neobroker werden voraussichtlich die günstigsten Konditionen anbieten.
Kann auch monatlich als Sparplan erfolgen: 250 Euro/Monat = 3.000 Euro/Jahr = maximaler Bonus.
MSCI World oder FTSE All-World ETF als Kernposition. Langfristig 7–9% p.a. historische Rendite.
Die Einzahlung als Sonderausgabe absetzen — das Finanzamt erstattet die Steuer automatisch.

Aktienrente Schritt für Schritt: Das erste Jahr
Wer früh startet profitiert am meisten — durch die Kombination von staatlichem Bonus, Steuerersparnis und ETF-Rendite entsteht ein Effekt, den keine andere Anlageform bietet:



Mehr zur Aktienrente: Aktienrente 2027 komplett erklärt · Depot-Anbieter: Altersvorsorgedepot Anbieter · Vergleich: ETF vs. Immobilien →
30-Jahres-Prognose: Was aus 3.000 € jährlich wirklich wird
Die wichtigste Frage zur Aktienrente ist nicht die jährliche Förderung — sondern das Endergebnis. Diese Tabelle zeigt, was passiert wenn du ab 2027 konsequent 3.000 €/Jahr einzahlst (250 €/Monat), der Staat 600 € Bonus addiert, und der ETF mit historisch realistischen 7 % p.a. wächst:
| Zeitraum | Eigene Einzahlungen | Staatl. Boni | Depot-Wert (7% p.a.) | Zinseszins-Gewinn |
|---|---|---|---|---|
| 10 Jahre | 30.000 € | 6.000 € | ~50.000 € | +14.000 € |
| 20 Jahre | 60.000 € | 12.000 € | ~148.000 € | +76.000 € |
| 30 Jahre | 90.000 € | 18.000 € | ~340.000 € | +232.000 € |
| 37 Jahre (mit 30 starten, Rente mit 67) | 111.000 € | 22.200 € | ~577.000 € | +444.000 € |
Annahme: 3.000 € Eigeneinzahlung + 600 € Staatsbonus = 3.600 €/Jahr im Depot. Rendite 7% p.a. (historischer MSCI World Schnitt nach Inflation ca. 5–8%). Keine Steuerersparnis eingerechnet.
Depot jetzt planen: Altersvorsorgedepot 2027 — Anbieter & Kosten · Förderung selbst ausrechnen: Rechner oben nutzen ↑ · Aktienrente im Überblick: Aktienrente Hub →
Häufige Fragen
Wer hat Anspruch auf die Aktienrente-Förderung?
Alle unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Personen in Deutschland — Arbeitnehmer, Selbstständige und Beamte. Die Förderung ist nicht auf ein bestimmtes Einkommen begrenzt, allerdings steigt die effektive Förderquote bei niedrigerem Steuersatz.
Wie hoch ist die maximale Förderung beim Altersvorsorgedepot?
Pro Jahr können bis zu 3.000 Euro eingezahlt werden. Der Staat fördert dies mit einem Bonus von bis zu 20% (also bis zu 600 Euro jährlich) und einem Steuervorteil durch den Sonderausgabenabzug. Zusätzlich werden Kursgewinne erst bei Auszahlung im Alter besteuert.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot auch für Gutverdiener?
Ja — besonders durch den Steuervorteil. Wer 42% Steuersatz zahlt und 3.000 Euro einzahlt, spart sofort rund 1.260 Euro Steuern. Zusammen mit dem staatlichen Bonus von 600 Euro ergibt das eine sofortige Rendite von fast 62% auf die ersten 3.000 Euro.
Kann ich die Aktienrente mit Immobilien-Investitionen kombinieren?
Ja — und das ist für viele Anleger die optimale Strategie. Die Aktienrente (bis zu 3.000 Euro/Jahr, staatlich gefördert) übernimmt die Altersvorsorge mit ETFs. Immobilien mit Hebeleffekt bauen parallel Vermögen auf und generieren Mieteinnahmen. Beide Strategien ergänzen sich: ETF für Liquidität und Diversifikation, Immobilien für Hebeleffekt und Steuervorteile.
Welche ETFs sind für das Altersvorsorgedepot besonders geeignet?
Breite, kostengünstige Index-ETFs sind ideal: MSCI World (ca. 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern, TER 0,07–0,20%), MSCI All Country World (5.000+ Unternehmen inkl. Schwellenländer) oder S&P 500 für USA-Fokus. Aufgrund des langen Zeithorizonts (bis Renteneintritt) ist ein hoher Aktienanteil (80–100%) sinnvoll. Ab 10 Jahre vor Rente schrittweise in Anleihen-ETFs umschichten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Max. Förderung: 3.000€ einzahlen → 600€ Bonus vom Staat — das sind 20% Rendite im ersten Jahr
- Wer profitiert: Nur RV-Pflichtversicherte (Angestellte, manche Selbständige) — nicht für Beamte
- Start 2027: Einzahlungen ab Januar 2027 förderfähig — Depot jetzt schon vorbereiten
- Jetzt tun: ETF-Sparplan (MSCI World) starten — später einfach auf AVD umschichten
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